Als Computerbesitzer sollte man sich überlegen, wie man wichtige Daten sichert. Ein Backup ist Pflicht, denn neben versehentlichem Löschen oder Überschreiben, kann es auch zu einem Totalausfall der Hardware kommen – und dann sind die Daten erst einmal nicht mehr erreichbar.

Für Autoren ist das besonders ärgerlich. Was wenn der Roman, in dem Monate oder gar Jahre Arbeit stecken, plötzlich unwiederbringbar weg ist? Die Kurzgeschichte am Tag des Abgabetermins nicht mehr verfügbar? Die liebevoll gepflegte Figurendatenbank nicht mehr lesbar?

Niemand prokrastiniert so gut wie Schriftsteller …

Die meisten Menschen denken nicht gerne über so etwas kompliziertes wie Backup nach. Und wenn, dann wählen viele einen Weg, bei dem sie den Kopierprozess selbst anstoßen müssen und verschieben dann diese Aktivität wieder und wieder. Niemand prokrastiniert so gut wie Schriftsteller …

Ich bin da nicht anders. Deshalb habe ich mein Backupsystem so konfiguriert, dass der größte Teil automatisch abläuft. Ich muss mich nicht darum kümmern. Trotzdem sind meine Daten gut gesichert und verfügbar, wenn ich sie dringend brauche.

In diesem Artikel möchte ich euch meine Backup-Strategie vorstellen. Wem das alles zu kompliziert ist, dem empfehle ich, wenigstens den Abschnitt „Backup Level 1“ zu lesen, denn zumindest eine Sicherung per Dropbox sollte jeder hinbekommen.

Meine Ausgangssituation

Ich arbeite zuhause mit zwei Macs: einem MacBook Pro, mit dem ich hauptsächlich arbeite, wenn ich auf der Couch sitze und nebenbei fernsehe, oder wenn ich unterwegs bin. Und einen iMac, der in meinem Arbeitszimmer steht und den ich verwende, wenn ich lange und konzentriert arbeiten möchte. Meine Texte und Projektdateien werden dabei mittels Dropbox zwischen beiden Rechnern synchronisiert. D.h. ich kann z.B. eine Szene auf meinem iMac schreiben, dann irgendwo hinfahren und mit meinem Laptop nahtlos da weiterarbeiten, wo ich aufgehört habe.

Drei Level

Ich habe ein dreistufiges Backup-Konzept. Daten, die ich auf meinen beiden Rechnern bearbeite, werden in meiner Dropbox zwischengespeichert. Zusätzlich sichere ich aber prinzipiell alle Daten, d.h. Dokumente, Programme, Einstellungen, auf mein NAS. Und dann ziehe ich noch eine Sicherungskopie meiner Daten von meinem NAS auf eine externe USB-Festplatte.

Dreistufiges Backup
Dreistufiges Backup-Konzept

Backup Level 1 – Dropbox

Alle Daten, die ich auf meinen beiden Rechnern bearbeiten möchte, lege ich in meiner Dropbox ab. Das bedeutet, sie liegen auf einem Verzeichnis namens „Dropbox“ lokal auf der Festplatte meiner Rechner und diese Verzeichnisse werden über den Dropbox-Server miteinander synchronisiert. Dies geschieht vollautomatisch im Hintergrund durch die kostenlose Dropbox-Software.

Streng genommen handelt es sich hierbei nicht um ein echtes Backup.

Streng genommen handelt es sich hierbei nicht um ein echtes Backup, sondern um eine Synchronisation eines Verzeichnisses über mehrere Rechner. Allerdings gibt es auch einen Backup-Effekt: Denn fällt ein Rechner aus, sind die Daten noch auf dem anderen. Fällt dieser ebenfalls aus, sind die Daten immer noch auf dem Dropbox-Server (den man stets per Webbrowser erreichen kann, z.B. von einem dritten Rechner in der Arbeit).

Die kostenlose Version von Dropbox ist auf 2GB begrenzt. Für meine Autoren-Daten ist das mehr als genug und deshalb liegen alle meine Texte, Bilder und sonstige Dokumente in meinem Dropbox-Verzeichnis.

Backup Level 2 – TimeMachine auf NAS

Da ich aber nicht nur meine Autorendaten sichern möchte, sondern alle Daten, Programme und Einstellungen, fahre ich noch ein echtes Backup.

In meinem Heimnetzwerk befindet sich ein sog. NAS, ein „Network Attached Storage“. Man kann sich das vorstellen wie eine externe Festplatte, die aber nicht über USB, sondern direkt an das heimische Netzwerk angeschlossen ist. In meinem Fall hängt sie per Netzwerkkabel an meinem WLAN-Router und meine Rechner können drahtlos darauf zugreifen.

Ich muss nichts anklicken und nichts anwerfen, ich muss noch nicht einmal daran denken.

Als Backup-Software verwende ich Apples TimeMachine. Sind meine Macs in Betrieb, dann erstellen sie stündlich einen Snapshot der Dateien auf meiner lokalen Festplatte und speichern diesen auf dem NAS, auf dem ein TimeMachine-Server läuft. Das geschieht vollkommen transparent im Hintergrund. Ich muss nichts anklicken und nichts anwerfen, ich muss noch nicht einmal daran denken.

Vorteil NAS

Mein NAS hat zwei Festplatten, die beide die identischen Daten enthalten. Das Ganze geschieht bei dieser „RAID 1“ genannten Konfiguration vollautomatisch. Festplatten sind mechanische Teile, die einem gewissen Verschleiß unterliegen. Früher oder später gehen sie kaputt. Ist nun eine der beiden HDDs defekt, kann ich immer noch auf die Daten zugreifen, denn sie sind ja auf der anderen ebenfalls gespeichert. Das gibt mir Zeit, eine neue Festplatte zu kaufen und die defekte auszutauschen.

Vorteil TimeMachine

TimeMachine behält immer die Historie der einzelnen Backup-Vorgänge. Heißt: möchte ich einmal nicht auf die letzte Version einer Datei zurückgreifen, sondern auf die Version, die vielleicht mehrere Wochen oder Monate zurückliegt, dann kann ich das. TimeMachine erlaubt mir, mich durch die einzelnen Backup-Vorgänge zu hangeln und die gewünschte Dateiversion wiederherzustellen.

Die Daten aus Backup Level 1 werden hier noch einmal mitgesichert. Das ist eigentlich nicht nötig hat aber den charmanten Effekt, dass damit auch die Daten, die in der Dropbox liegen, eine Historie bekommen. Wenn also z.B. die Figurendatenbank korrupt ist, kann ich eine alte Version aus meinem NAS fischen.

Backup Level 3 – NAS auf USB-Festplatte

Noch mehr Backup? Ja! Denn was geschieht, wenn das NAS kaputt geht? Und damit meine ich nicht, dass eine der beiden Festplatten ausfällt, da sind die Daten ja immer noch auf der anderen verfügbar. Nein, was wenn beide Festplatten zeitgleich ausfallen? (unwahrscheinlich, aber möglich). Und was, wenn die Elektronik des NAS kaputt geht? In diesem Fall komme ich nicht mehr an die Backups. Klar, die Originaldaten liegen noch auf meinen Rechnern, aber die Historie wäre weg.

Deshalb kopiere ich einmal im Monat den Inhalt des NAS auf eine externe USB-Festplatte. Das muss allerdings manuell geschehen, heißt: ich schließe die HDD per Hand an und starte den Kopiervorgang über Befehle in der Kommandozeile. Wenn mein NAS also einmal vollkommen abrauchen sollte und ich mir ein neues kaufen muss, kann ich die alten Backup-Daten von der externen USB-Fesplatte wieder aufspielen.

Feuer

»Und was, wenn deine Wohnung abbrennt? Dann sind doch alle Geräte und damit alle Daten weg!« Mal abgesehen davon, dass ich dann sicher wichtigere Probleme hätte, lagere ich die externe USB-Festplatte aus Backup Level 3 nicht in meiner Wohnung. Sicher ist sicher …

Datensicherheit

Mich umtreibt nicht die Sorge, dass jemand meine Texte oder Ideen klauen könnte und damit den nächsten Bestseller schreibt, dessen Erfolg eigentlich mir gebührt hätte. Insofern müsste ich mir über das Thema Datensicherheit eigentlich keine Gedanken machen, wenn ich neben meinen Autoren-Dateien nicht noch alles andere sichern würde.

Um meine Dokumente vor Zugriff durch Fremde zu schützen, setze ich auf komplette Verschlüsselung. Sowohl meine Festplatten auf beiden Macs, als auch das NAS sowie die externe USB-Festplatte sind verschlüsselt. „Erbeutet“ also jemand eines meiner Geräte, kann er nur Datensalat lesen. Die Verbindung zu Dropbox ist verschlüsselt und die Daten selbst werden auf dem Dropbox-Server verschlüsselt abgelegt.

Fazit

Backup ist Pflicht, denn früher oder später geschieht „etwas“. Nicht jeder braucht so ein komplexes Setup, wie ich es fahre, aber jeder kann seine wichtigsten Daten zumindest über Dropbox sichern. Die Synchronisation über mehrere Rechner ist dabei ein willkommener Bonus.

 

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